Auswahl an Texten und Kurzgeschichten

Such a bright morning
When your heart stopped beating
The birds gently sang
Your lifetime away.

 

One last breath is taken
The angels awaken
This fight is over
You may lay down to rest.

 

It´s your hand I´m holding
I feel your strength floating
You´re ready to leave
And I kiss you goodbye.

 

As you lay dying
My heart was breaking
And my soul closed its doors
Forever, no more.

 

(in memory of my father, 19.12.2011)

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Der kleine Stern schaute sich verwirrt um und schüttelte etwas traurig sein zackiges Köpfchen.
„Wenn ich doch nur wüsste, wofür ich da bin“
Er seufzte tief und eine glitzernde Träne kullerte ihm über seine Wange.
„He, du da hinten, haaaaallo, kannst du mir vielleicht erklären, warum es mich gibt?“ rief er lauthals einem anderen Stern zu.
Doch der hörte ihn nicht, zu weit war er entfernt.
Der kleine Stern sah sich hilfesuchend um und ihm fiel einmal mehr auf, dass er hier, wo er stand, doch ziemlich alleine war.
Es gab natürlich noch mehr Sterne, aber die waren alle so weit weg.
Manche tummelten sich...

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Sie schüttelte leicht den Kopf, ihre Augen immer noch fest auf ihn geheftet und lächelte. Er seufzte und zog die Stirn in Falten.

Er verstand sie nicht. Jetzt hatte sie ihn letztendlich so weit, dass er sich alles mit ihr vorstellen konnte – und sie wies ihn ab.

Sie legte den Kopf schief und ihr Lächeln veränderte sich, die Zähne blitzen hell durch ihre geöffneten Lippen.

Langsam zog sie eine ihrer Hände unter der Wolldecke hervor und ließ sie auf seine sinken. Er schaute an sich herunter, die angewinkelten Beine wurden schwer und er ließ sie auf den Tisch vor sich gleiten. Es würde wohl...

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Sie legte ihre Finger an die Schläfen und konzentrierte sich darauf, jede noch so winzige Bewegung wahrzunehmen.

Schweißtropfen rannen aus ihrem Haaransatz und fanden den Weg zu ihren Händen.

Sie wagte kaum zu atmen und fühlte sich plötzlich an ihre Kindheit erinnert.

`Moment´, an ihre Kindheit?

Sie schüttelte sogleich den Kopf.

Welche Bilder keimten da in ihrem Gehirn hoch?

Ein Mädchen, das im Bett liegt und unheimliche Geräusche im Zimmer hört, den Atem anhaltend und hineinhorchend in die schaurige Dunkelheit.

Das taten doch alle Kinder. Nicht nur sie.

War es ihre Erinnerung? Die...

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Es war einmal eine junge Prinzessin. Sie war noch ein Kind und lebte in einem Schloss inmitten eines Königreiches, an das wir uns heute schon gar nicht mehr erinnern.
Ihr Name war Juliane.
Zum besten Freund hatte sie nicht etwa ein Haustier, wie wir es kennen, oder den Nachbarsjungen, denn ringsherum ums Schloss gab es nur Wälder und Felder, und nichts und niemanden sonst.

Nein, ihr liebster Spielgefährte war eine alte Ritterrüstung namens Erasmus von Sauerampfer.

Jetzt denkt ihr euch vielleicht, eine Ritterrüstung? Das ist doch nur ein Haufen Blech, nichts weiter.

Ja, so ist das meistens, aber...

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Da stand es!
Das farbenprächtigste und kunterbunteste Karussell,
dass sie je gesehen hatte.
Sie überlegte nicht lange,
sondern nutzte die langsame und ruhige Fahrtgeschwindigkeit,
um leichtfüßig aufzuspringen.
Wie beglückend und befreiend es sich anfühlte,
fast schon berauschend
und sie merkte,
wie ein Lachen in ihr aufstieg.
Und als die Musik noch lauter ertönte
und das Gefährt schneller wurde,
stieß sie einen Freudenschrei aus,
der in die Welt erklang und tausendfach in 
ihr Herz zurückhallte.
Der Wind in ihren Haaren und auf ihrer Haut
ließ sie erschauern 
und dankbar blinzelte sie in die Sonne,
die immer...

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Als sie die Augen wieder öffnet, findet sie sich entspannt sitzend auf einer Bank aus roten Latten, die Füße locker überschlagen, die Hände abwartend in den Schoß gelegt.
War sie schon die ganze Zeit hier? Sie lächelt, obwohl sie sich unsicher fühlen müsste. Oder sollte? Oder könnte? Sie schüttelt ihren Kopf und schmunzelt breit, während sie ganz selbstverständlich nach ihrer Handtasche greift, die neben ihr liegt, als hätte sie sie selbst dort platziert. Doch hatte sie das wirklich? Ihr Blick fällt auf ihre Füße, die in weißen Sandalen stecken. Ihre Sandalen. Die hatte sie schon so lang nicht...

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In einen geschlossenen Kreis hineingeboren zu werden ist denkbar einfach.
Eine Mutter, ein Vater, Zwei Schwestern, vier Brüder.
Der Kreis ist geschlossen, es gibt kein Ende und keinen Anfang,
in sich vollständig, bereits seit langer Zeit
und dann plötzlich mittendrin…Ich!
Dieser Kreis, er gibt Schutz und lässt nichts Gefährliches durch seine Bande,
er schenkt Wärme und Geborgenheit
und ich werde umsorgt, getragen, umarmt und geküsst.
Ich habe es gut angetroffen, keine Frage!
Und all die Geschenke, die ich bekomme, zu Weihnachten, zum Geburtstag, zu Ostern, Nikolaus und was es sonst noch so gibt.
Klar,...

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Alles vernichtet.
In Schutt und Asche liegend, lichtet sich der Nebel der Zerstörung nur langsam.
Rieselt das Übriggebliebene auf den noch glühenden Boden und bildet eine Schicht vergrauter Erinnerung.
Ich sehe dich stehen, gar nicht weit von mir, wie du hinaus starrst auf das Chaos 
und die Verzweiflung aus deinen Augen rinnt, ganz leise und atemlos.
Es hätte anders kommen sollen, für dich, für mich, für das Wir.
Es war anstrengend und kräftezehrend.
Der Aufbau, das Neuanfangen. 
Hand in Hand ohne Berührung, immer bedacht, nicht zu viel preiszugeben, 
die Angriffsfläche klein zu halten.
Lächeln nur...

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Kapitel 1 "Erwachen"

Stöckelschuhe. Regale voller Stöckelschuhe, in sämtlichen Farben und Ausführungen.
Margerie fühlte sich wie im Paradies und begann sofort mit der näheren Auswahl, als sie plötzlich etwas hörte, das sie an herannahendes Gewitter erinnerte. Ein Grollen und Dröhnen. Sie sah sich verwundert um. Die feuerroten Pumps im oberen Fach wackelten bereits gefährlich. `Ich muss sie auffangen´, dachte Margerie, `bevor sie wohlmöglich zu Schaden kommen´. Sie reckte ihren Arm, wollte die glänzenden Schuhe retten, als diese wie von unsichtbarer Kraft zuerst umgestoßen und dann herunter...

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