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Gedanken zu Geschichten, starken Frauen und dem Schreiben

12. April 2026

Was uns prägt: Warum Kindheit und Herkunft unsere Geschichten – und die von Romanfiguren – begleiten

Es ist leicht (aber leider auch ein bisschen naiv), zu glauben, dass wir unser Leben ausschließlich aus dem heraus gestalten, was vor uns liegt.
Aus den Möglichkeiten, die sich uns bieten, aus dem Wunsch, etwas zu erreichen oder auch hinter uns zu lassen. Genauso sehr – und ich finde: wahrscheinlich sogar weit darüber hinaus – ebnen sich die Pfade, die wir für uns wählen, aus dem, was bereits in uns angelegt ist.

Was uns prägt, beginnt lange bevor wir Worte dafür haben, in einer Zeit, in der wir noch nicht einordnen können, was geschieht, und Erlebtes nicht hinterfragen, sondern als gegeben annehmen. Dabei sind es keineswegs immer die großen, lauten Erfahrungen, die sich in uns festsetzen und nachhallen, sondern die, die sich oft genug wiederholt haben – manchmal kaum bemerkt –, bis sie irgendwann zu uns gehören, ob wir wollen oder nicht.

Das kann ein Blick sein, der sich entzieht, ein Wort, das nicht oder zu viel ausgesprochen wird, oder auch ein Gefühl, das nicht den Raum bekommt, der ihm zusteht.

Als Kinder ziehen wir daraus unsere Schlüsse, ohne sie bewusst zu formulieren.
Wir lernen, ob wir uns bemerkbar machen und unsere Gefühle äußern dürfen, ob wir uns anpassen müssen, um dazuzugehören oder ob wir gesehen und gehalten werden, so wie wir sind.

All das wird Teil von uns und beeinflusst, wie wir später Entscheidungen treffen, Beziehungen führen und unser Leben gestalten. Nicht unbedingt als klare Erinnerung, auf die wir jederzeit Zugriff haben, sondern als innere Haltung, die sich nach außen übersetzt und das verborgene Wissen darüber, wie die Welt funktioniert oder funktionieren könnte.

Wichtig daran ist: Egal wie tief diese Prägungen auch reichen, sind sie kein unveränderliches Schicksal.
Sie sind ein Ausgangspunkt.

In meinen Romanen stehen meine Figuren irgendwann – nicht unbedingt am Anfang der Geschichte – genau an dieser Wegkreuzung.
Auch sie tragen ihre Vergangenheit in sich, greifen auf Erfahrungen zurück, mit denen sie groß geworden sind, erinnern sich an Begegnungen, die Spuren hinterlassen, und an Momente, die sie gestärkt oder verunsichert haben.

Ob es sich dabei um Lucille aus Das kleine Café in der Rue de la Lune handelt, die sich an nichts und niemanden binden will und plötzlich erkennt, dass sie sich inmitten des Trubels einsam fühlt,
um Eliza aus Das Herz der Toskana, die sich ganz und gar über Leistung definiert und dabei vergisst, dass es andere Attribute sind, die sie ausmachen,
oder um Anna aus Stürmische Hoffnung, die in eine Gesellschaft hineingeboren wurde, die alles für sie bereithält – und doch nichts, was sie tatsächlich erfüllt:

Sie alle finden sich an einem Punkt wieder, an dem sie spüren, dass es so nicht weitergehen kann. Zum Glück!

Denn genau hier beginnt ihre eigentliche Entwicklung.
Sie werden nicht zu jemand völlig anderem, entledigen sich nicht ihrer Vergangenheit, kappen nicht jede ihrer Wurzeln.

Stattdessen aber beginnen sie zu erkennen, woher ihre Art zu reagieren rührt, was sie daran hindert, sich selbst oder anderen wirklich nahe zu sein und was sie festhält, obwohl sie vielleicht längst hätten loslassen können.
Und wenn sie Glück haben, erhalten sie auf ihrer Reise nicht nur die Antworten auf all ihre nie gestellten Fragen, sondern lernen ebenso, dass es sich lohnt, einen Weg zu wählen, der sich völlig abseits der längst ausgetretenen Pfade befindet.

26. März 2026

Warum Romane über starke Frauen nie aus der Mode sind

Es gibt Themen, die nicht altern. Nicht, weil sie zeitlos im eigentlichen Sinne wären, sondern weil sie uns begleiten, Generation um Generation. Manchmal treten sie ein Stück in den Hintergrund, weil wir glauben, sie hinter uns gelassen zu haben. Weil wir uns ein Leben aufgebaut haben, in dem wir selbstbestimmt zur Tat schreiten. Weil wir eigenständig agieren und nicht mehr angewiesen sind auf jedermanns Wohlwollen.

Doch dann, an einer Wegkreuzung, ganz plötzlich, stellt sie sich wieder.
Die Frage, wer wir wirklich sind.
Die Frage, welchen und wie viel Raum wir einnehmen.
Die Frage, ob wir unser Leben nach eigenen Maßstäben gestalten – oder nach denen, die andere für uns festgelegt haben. Manchmal versteckt, manchmal ganz offensichtlich.

Frauen in der Vergangenheit standen diesen Fragen genauso gegenüber wie Frauen im Hier und Jetzt es tun. Und das, obwohl die Aussage „Aber heute sind Frauen doch emanzipiert und gleichberechtigt“ in aller Munde ist. Ja, es hat sich einiges verändert, zum Glück, nur leider zeigt sich immer wieder, dass das, was erreicht wurde, noch lange nicht ausreicht, denn die Themen, mit denen Frauen heute konfrontiert sind, sind im Grunde dieselben, denen sie sich von jeher gegenüberfanden. Sie haben nur ihre Form verändert, sind subtiler geworden, und doch noch immer gegenwärtig.

Natürlich leben wir heute in einer Zeit, in der alles möglich scheint, oder sagen wir, zumindest viel mehr als noch vor 100 und 200 Jahren. Na klar. Aber immer noch werden zu viele Entscheidungen nicht frei gefällt, sind geprägt von Erwartungen, von Regeln und längst abgefrühstückten Rollenbildern.

Wie viel Anpassung ist also notwendig?
Wie viel Eigenständigkeit erlaubt?
Und was passiert, wenn Frauen sich bewusst davon lösen?

In jedem meiner Romane begegnen die Leser genau solchen Frauen. Frauen, die an einem Punkt angelangt sind, an dem sie spüren, dass ihr Leben nicht einfach weiterlaufen kann wie bisher. Frauen, die merken, dass tief in ihnen etwas in Bewegung geraten ist, das sich nicht mehr zurückdrängen lässt.

In Stürmische Hoffnung ist es Anna, die ein Hotel übernimmt in einer Zeit, in der man von ihr erwartet, sich zurückzunehmen. Ihre Entscheidung stellt nicht nur ihr eigenes Leben infrage, sondern das gesellschaftliche Gefüge, in dem sie sich bewegt.

In Kolibriherz – Zwischen Versprechen und Vergeltung ist es Katrine, die nach einem schweren Verlust lernt, was es bedeutet, die Wahl zwischen Rache und Vergebung zu haben. Um sich dann für eines von beiden zu entscheiden.

Und in Im Schatten der Rosen ist es Isabelle, die erkennt, dass Vergangenheit und Gegenwart eng miteinander verbunden sind, und dass es Mut braucht, sich einem Damals zu stellen, obwohl es doch viel bequemer wäre, es auszublenden.

Was diese Frauen verbindet, ist die Erfahrung, dass es – gestern wie heute – nötig ist, die eigene Stimme zu erheben, sowohl gegen äußere Widerstände als auch die inneren Zweifel, und dass es sich lohnt, am Ball zu bleiben. Selbst dann, wenn persönliche Verluste unumgänglich sind.

Klingt hart? Mag sein, aber vielleicht ist es genau das, was uns so tief berührt, wenn wir Romane über starke Frauen lesen. Wir stoßen auf die Sehnsucht nach Erfüllung, die Angst vor dem Scheitern und die vage Hoffnung, dass beides nebeneinander existieren darf.

Wenn du Romane suchst, die starke Frauen in den Fokus rücken, findest du sie in meinen Geschichten. Versprochen!